Gibt’s das Auto auch mit Glitzer? 15 Kinder, die auf Klischees pfeifen

Vor vielen Jahren hat sich die Spielzeugindustrie einen tollen Kniff einfallen lassen: die Trennung von Spielzeug nach Geschlechtern. Nicht, wie man denken könnte, um die Auswahl zu erleichtern, sondern um eine ganz bestimmte Botschaft zu vermitteln: Mädchen spielen mit den einen Sachen, Jungs mit ganz anderen. Familien mit Kindern beiderlei Geschlecht wurde vermittelt, dass sie bestimmte Dinge – also MEHR Dinge – kaufen müssen, weil Jungen und Mädchen nun mal so grundverschieden sind, dass sie sich nicht mit demselben Spielzeug beschäftigen können. Gleiches hat sich in der Bekleidungsindustrie etabliert oder auf dem Büchermarkt. Inzwischen gibt es sogar Süßigkeiten, die sich speziell an Jungen oder Mädchen richten!

Die Industrie hat aus Rollenklischees ein veritables Geschäft gemacht, doch sie füttert nur die Vorurteile, die in den meisten von uns verankert sind. In unserem Denken und in unserer Sprache. Die gegenwärtig so populären wie irritierenden Diskussionen um Gendersternchen machen uns jedoch deutlich, wie zäh gesellschaftliche Veränderungen sind, wieviel Zeit und Energie sie benötigen. Dennoch sind die Diskussionen wichtig, um sich selbst vor Augen zu führen, was Rollenklischees tun. Wenn in Bilderbüchern immer (!) Mama in der Küche steht und Papa im Büro sitzt, welches Familienverständnis prägen wir dann? Wenn das Kind sprachlich ausschließlich (!) Baggerfahrer und Erzieherinnen vermittelt bekommt, wie sehr schränken wir spätere Berufsentscheidungen ein? Wenn wir im Kindergarten lernen, dass Autos nur für Jungen sind und Einhörner nur für Mädchen, was tun wir den Kindern an, die mit beidem spielen möchten? Das ist die Gefahr von Rollenklischees: Wir sehen ein Geschlecht und erwarten und vermitteln eine dazugehörige Rolle. Dabei läuft man Gefahr, den Menschen zu übersehen, der hinter dem Geschlecht steht.

Aus genau diesem Grund ist es begrüßenswert, dass überflüssige Geschlechter-Grenzen zunehmend aufweichen. Doch noch ist ein weiter Weg zu gehen. Auf Twitter finden sich unter dem Hashtag #rosahellblaufalle immer noch viele Beispiele, in denen traditionelle Klischees eine viel zu große Rolle spielen. Zum Glück allerdings gibt es genauso viele Kinder, die gegen diese rebellieren. Wir haben die treffendsten Tweets für euch gesammelt.

#1: Stirn -> Tischplatte

#2: Da hört das Verständnis dann wirklich auf!

#3: Wir auf alle Fälle!

#4: Sehr, sehr schade

#5: Dinos für alle!

#6: Nur Vorsicht mit dem Eis …

#7: Es ist ein … oh!

#8: Da wäre man gerne dabei gewesen

#9: Irgendwo in einem deutschen Klassenzimmer:

#10: Dress for the Moment!

#11: Ab sofort im Handel:

#12: Konter des Tages:

#13: Mehr davon!

#14: Stark, K2!

#15: Bitte genau so!


Wir schließen uns den vielen Eltern und Großeltern an, die für ihre Kinder eine Welt einfordern, in der Jungen mit Nagellack genauso selbstverständlich akzeptiert werden wie Mädchen auf Fußballplätzen! Wer noch mehr über die #rosahellblaufalle lesen möchte, der oder dem empfehlen wir den folgenden Thread:

Über ein Mädchen mit „Jungsschuhen“

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