FDP-Spot: #Orthograffiti – Ist das Satire oder kann das weg?

Was ist bloß mit den Freien Demokraten los? Die Liberalen unter der Führung von Christian Lindner leisten sich einen Ausrutscher nach dem anderen und merken es noch nicht mal.

Dass die FDP den Neoliberalismus verteidigt und über den grünen Klee lobt, sind wir ja gewohnt. Neuerdings fischt man allerdings auch sehr gerne mit Scheindebatten und Strohmann-Argumenten am rechten Rand. Man arbeitet sich an Fridays for Future und Greta Thunberg ab, erzählt Anekdoten von grenzenlosem Wohlstand, technologischen Innovationen, die den Klimawandel aufhalten werden und bekämpft jedwede (notwendige) Verbotsvorschläge als Eingriff in die persönliche Freiheit.

Da wird eine Debatte über Meinungsfreiheit forciert, weil man nicht in der Lage war, eine Veranstaltung an der Uni Hamburg, die auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe stattfinden sollte, ordnungsgemäß anzumelden bzw. als wissenschaftlichen Vortrag zu tarnen. Das Resultat war, dass Christian Linder dort nicht reden durfte und sich schlussendlich als Opfer inszenierte.

Schlimmer als der Tenor der liberalen Erhabenheit über die Probleme unserer Gesellschaft ist eigentlich nur die Arroganz, mit der man sich als Vernunftpartei positionieren möchte. Gestern schoss sich die FDP genau mit dieser Attitüde ein dickes Eigentor. Mit einem lustig anmutenden Video versuchte man kurz vor der Thüringer Landtagswahl Stimmung für mehr Bildungsausgaben zu machen. Klingt erstmal harmlos, im Video selbst geht es jedoch um Nazigraffitis. Sie werden nicht etwa übermalt, wie im Falle der Rentnerin Ir­me­la Men­sah-Schramm, die dafür vor knapp zwei Wochen erst wieder zu einer Geldstrafe verurteilt wurde, nein, im FDP Video werden sie orthografisch verbessert. Aber seht selbst:

Auch wenn es vielleicht nicht beabsichtigt war, suggeriert das Video jedoch, dass Naziparolen okay sind, so lange sie nur korrekt geschrieben werden. Und das zwei Wochen nach dem antisemitischen Anschlag in Halle. Da hilft auch der Disclaimer am Ende des Videos nichts. Ist das noch Satire? Wir wissen es nicht. Entweder ist es ein geschmackloser PR-Stunt, bei dem die Empörung einkalkuliert war oder aber schlicht ein Ausrutscher der Verantwortlichen. Der Shitstorm ist auf alle Fälle verdient. Wir haben die treffendsten Reaktionen zusammengetragen.

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